Warum Tierschutz im Ausland?

Die Bilder brauchen wenige Worte      30.11.07     Text: Tina aus Athen

Die Bilder sind im vergangenen Juli aufgenommen. Zufällig waren wir an dem Ort und haben alles miterleben müssen. Leider sind sie etwa trüb. Der arme Rüde, Odysseus, versuchte sich ohne Erfolg vergeblich zu befreien. Seine Sünde? Er  saß seit Tagen vor der Haustür einer läufigen Hündin, in die er leidenschaftlich verliebt war. Eine Journalistin und ein Abgeordneter des griechischen Parlamentes, die in dem selben Wohngebäude mit der läufigen Hündin wohnen,  hatten kein Verständnis für diese zärtliche Liebe gezeigt und haben den Hundefänger alarmiert. Beide haben einen Hund und nennen sich ‘‘Tierfreunde‘‘! Wir haben versucht ihnen zu erklären, dass der Rüde nicht aggressiv sei und sein Interesse nur für die vierbeinige Hundedame im Wohngebäude habe. Nach dem gr. Gesetz  müssen ein Vertreter des lokalen Tierschutzvereins und ein Veterinärsamttierarzt anwesend sein, wenn ein Straßenhund eingefangen werden soll. Leider werden die Gesetze in Griechenland meistens nie eingehalten werden. So führt der Hundefänger täglich seine Arbeit ohne einzige Kontrolle!

Warum Tierschutz im Ausland?

Zum Thema Ausland und Tierschutz

Ich weiß Deutsche Tierheime sind voll. Diesen Satz habe ich schon tausendmal gehört! Aber ist das ein Argument ausländische Tiere sterben zu lassen?

Ich weiß das geht uns nichts an !? Jedes Land soll sich selber kümmern! ………. Doch das tut es denn wir sind doch alle in der EU. Eine große glückliche Familie!? Warum ist jeder der Meinung das Dinge, die man nicht sieht, auch nicht existieren?

Viele Menschen hier in Deutschland waren nie in Griechenland oder anderswo im Ausland.....haben das Elend nicht gesehen und können sich schon gar nicht vorstellen das es so was gibt!?

Man sollte vor dem Leid der Tiere nicht die Augen verschließen nur weil eine GRENZE dazwischen liegt.

Normalerweise ist es Aufgabe der EU also Brüssel sich im Ausland einzuschalten. Sie unterstützen den Tierschutz im Ausland zwar finanziell,  aber scheinen damit alle weitere Verantwortung abzugeben. Keiner kontrolliert wo die Gelder hin fließen! Es besteht leider kein Interesse. Und wir sprechen hier von Millionen!

Abgesehen davon sind die Gemeinden „noch“ verpflichtet die Streuner zu kastrieren.

(Das soll sich ja ändern! Das Gesetz wird wohl abgeschafft und dann gnade den Hunden Gott!)

Speziell unser Verein rennt dem Bürgermeister seit Jahren das Büro ein, denn sie müssten uns laut Gesetzt ein Grundstück zur Verfügung stellen! Aber es passiert nichts.   

 


(Dieses  Bild ist von Athen nach einer Vergiftungsaktion!)

Es ist das eine, sich nicht um die Streuner zu kümmern. Wenn die Streuner egal wo im Ausland kastriert würden, an Futterstellen gehalten werden würden und dort friedlich leben dürften wäre auch das kein Thema. Das „Problem“ würde sich mit der Zeit von selber erledigen. Es gäbe kein fortpflanzen mehr. Aber von diesem Schritt sind wir noch weit entfernt! Die bestehenden Hunderudel vergrößern sich ständig weil immer wieder neue Tiere ausgesetzt werden. Im Moment sieht es so aus das Tierschützer in Griechenland Ausländer wie Einheimische wie auch anderswo in Europa die Streuner auf eigene Kosten kastrieren und an ihre Futterstellen zurück setzen.

 

Es dauert dann meistens nicht lange bis man diese kastrierten Hunde dann vergiftet, erschossen oder gar nicht mehr vorfindet. Jeder Tierschützer hat am Anfang seiner Tierschutzarbeit nicht die Absicht Hunde nach Deutschland, Holland oder Belgien zu schicken. Das kommt mit der Zeit wenn sie merken das kastrieren alleine nicht die Lösung ist.

Die Vergiftungsaktionen die in Griechenland inoffiziell stattfinden machen vor nichts halt. Private Hunde werden in den Vorgärten der Besitzer vergiftet. Aus einer sicheren Quelle aus Athen wissen wir das die Gemeinde Athen „gratis Rattengift“ ausgibt, um das Streuer Problem zu lösen.

 


(Lebendig  aufgehängt)

Die Tierschützer werden also immer wieder vor die Tatsache gestellt, das Hunde die sie mögen, die sie Tierärztlich versorgt haben, trotz allem Sterben müssen.

Das erleichtert die Arbeit nicht wirklich. Man muss sich überlegen wie oft diese Menschen mit dem Tot konfrontiert werden. Die ständige Angst ... sind alle da, sind sie gesund?

Daher kommt der Gedanke des Verschickens der Hunde zu uns, in eine sichere Zukunft ohne Gewalt mit viel Liebe. Das hat nicht viel mit Geld machen zu tun. Man kann irgendwann das sterben nicht mehr ertragen. Ich kann nicht für alle Tierschutzvereine die Hand ins Feuer legen, die die mir bekannt sind machen das aus reiner Tierliebe. Viele dieser Vereine werde sogar von Griechen geführt, die mit der Mentalität ihrer Landsleute nicht klar kommen. Es sind nicht alle im Ausland lebenden Menschen schlecht! Sie wissen es nicht besser und es fehlt am Interesse, da Tiere keinen Wert haben.     

 


(Vergiftet, und liegengelassen)


( Dieser Hund lag mindestens 1 Woche so am Straßenrand ! )

Für alle die voreingenommen sind gibt es nur eins: machen sie Urlaub im Ausland, also in Spanien mit all den Tötungsstationen fern an von den schönen Stränden. In Rumänien wo es hoch moderne Verbrennungsanlagen für unerwünschte Vierbeiner gibt.  Oder sie begleiten uns nach Griechenland wo ganze Rudel ausgelöscht werden. Einfach so! Sie verenden elendig weil ein schnell wirkendes Gift ja Geld kostet! Die billig Variante ist Rattengift! Da die Menge aber für die Größe des Hundes meistens nicht ausreichend ist verbluten sie innerlich was mehrere Tage dauern kann. Bei der Olympiade 2oo4 war das Land wie Grund gereinigt. Ich habe es gesehen! Man kann so viel erzählen da würde aber die Zeit nicht reichen.

Bis die Menschen in Südeuropa soweit sind zu begreifen das Hunde kein Müll, das sie auch ein Recht auf Leben haben, das Haustiere kastriert werden müssen, das das Tierschutzgesetz greifen muss– solange muss man Helfen.

Die Streuner in den südlichen Ländern sind nur Streuner, weil sie nach belieben angeschafft und wieder ausgesetzt werden. Genauer gesagt wie Müll entsorgt. Hier gibt es ja auch keine Streuner!! In Südlichen Ländern sollten sie eigentlich den Namen „Vergessene Haushunde“ haben.  Und genau das ist es was mich so traurig und hilflos macht.

 


(auf dem Schild steht "warum",
der Welpe  wurde von Georgia gefüttert, er hat keinen gestört! Er wurde erschossen)

Die Welt schaut zu wie in vielen Ländern Massen an Hunden und Katzen sterben die es gar nicht geben würde, wenn die Länder Ihre Verpflichtung und Verantwortung ernst nehmen würden! Und mir geht es um die Art und Weise wie diese Tiere sterben.... sie haben weder ein würdevolles Leben noch einen würdevollen Tot.  

Und das heiß für Menschen wie uns, vor Ort Kastrieren, die Bevölkerung aufklären. In Schulen gehen und die Kinder auf den richtigen Weg begleiten. Dafür sorgen das Misshandlungen und Tötungen zur Anzeige gebracht werden. Die Menschen wachrütteln.

 

Aber so was dauert, das geht nicht von heute auf morgen! Das ist die traurige Wahrheit die wir immer wieder aufs neue begreifen müssen. Und so lange sich die Situation vor Ort nicht geändert hat, werde wir dort versuchen wenigstens einen Paar dieser armen Tiere ein Recht auf ein würdevolles Leben zu geben! Das heißt sie begleiten uns nach Deutschland!

Das soll aber nicht heißen, das diese Hunde hier nur „mitleidig aufgenommen werden, sondern, diese Hunde haben sehr viele Vorzüge. Sie sind eine Bereicherung weil sie einfach „Teamfähig“ sind! Sie sind einfach dankbarer und unkompliziert weil sie nur so in ihrem Hunderudel überleben konnten. Diese Hunde haben in ihrem Leben noch nie Liebe erfahren, egal was sie mitgemacht haben – mit Liebe können fast alle das erlebte vergessen. Sie sind treue Weggefährten die uns zu glücklichen Hunde Besitzern werde lassen.
Karina Wüst

>>hier ein Film warum<<